»O ja,« sagte sie, mit Tränen in der Stimme, »wenn er es will und mich begleitet.«

»So hast du nichts mehr, Helene,« versetzte der Soldat streng, »weder Heimat noch Familie?«

»Ich bin sein Weib,« versetzte sie mit Stolz und Adel. »Dies ist seit sieben Jahren das erste Glück, das nicht von ihm kommt,« setzte sie hinzu, ergriff die Hand ihres Vaters und küßte sie, »und es ist auch der erste Tadel, den ich hören muß.«

»Und dein Gewissen?«

»Mein Gewissen – ist er.«

In diesem Augenblick zitterte sie heftig.

»Da kommt er,« sagte sie. »Selbst in einem Kampfe

erkenne ich unter allen Schritten den seinen heraus, wenn er über das Verdeck eilt.«

Plötzlich färbte eine Röte ihre Wangen blutrot, ließ ihre Züge sich aufhellen und strahlen, ließ ihre Augen flammen. Glück und Liebe sprach aus all ihren Zügen, aus den bläulichen Adern, die leicht hervortraten, und aus dem unwillkürlichen Zittern ihres ganzen Körpers. Diese tiefinnere Bewegung rührte den General.

In der Tat erschien einen Moment später der Korsar, setzte sich auf einen Fauteuil, nahm seinen ältesten Sohn zu sich und begann mit ihm zu spielen. Ein Weilchen herrschte Schweigen; denn der General versank in einen Zustand, der etwas Traumhaftes an sich hatte, und betrachtete diese elegante Kabine, in der diese Familie seit sieben Jahren zwischen dem Himmel und dem Meere dahinschwamm, von der starken Hand eines Mannes durch die Gefahren des Kampfes und des Sturms geführt, wie im Leben ein Hausstand von dem Familienvater mitten durch das soziale Elend hindurchgesteuert wird.