Er betrachtete mit Bewunderung seine Tochter, das phantastische Abbild einer Meeresgöttin, mild an Schönheit, reich an Glück. Die Schätze ihrer Seele, das Leuchten ihrer Augen und die unbeschreibliche Poesie ihrer Person überstrahlten alle Schätze, die sie umgaben.
Diese Verhältnisse waren von einer Seltsamkeit, die ihn verblüffte, und alle Gefühle und Gedanken schienen hier auf eine so erhabene Höhe gehoben, daß die alltäglichen Ideen umgeworfen wurden und keine Geltung mehr hatten. Die kalten, kleinlichen Berechnungen der Gesellschaft erloschen vor diesem Gemälde.
Der alte Soldat fühlte das alles und begriff auch, daß seine Tochter ein so vielgestaltiges, an Kontrasten
und Eindrücken so reiches Leben, das von einer so wahren Liebe ausgefüllt wurde, niemals aufgeben würde. Da sie nun einmal der Gefahr getrotzt hatte, ohne davor zurückzuschrecken, so konnte sie nun nicht mehr in die kleinlichen Szenen der läppischen, dünkelhaften Welt zurückkehren.
»Bin ich Ihnen hier im Wege?« fragte der Korsar, indem er das Schweigen brach und auf seine Frau blickte.
»Nein,« antwortete ihm der General. »Helene hat mir alles gesagt. Ich sehe, sie ist für uns verloren.«
»Nein,« antwortete der Korsar lebhaft, »noch ein paar Jahre, dann ist meine Tat verjährt, und ich werde nach Frankreich zurückkehren können. Wenn das Gewissen rein ist und der Verstoß gegen eure gesellschaftlichen Gesetze nur zurückzuführen war auf …«
Er schwieg, denn er verschmähte es, sich zu rechtfertigen.
»Fühlen Sie in diesem Augenblick,« fragte der General, ihn unterbrechend, »keine Reue über die neuen Mordtaten, die Sie unter meinen Augen begangen haben?«
»Wir hatten keine Lebensmittel mehr,« antwortete der Korsar ruhig.