»Aber dann konnten Sie diese Leute in einem Boot die Küste erreichen lassen –«
»So hätten sie uns ein Kriegsschiff auf den Hals gehetzt, das uns den Rückweg abgeschnitten hätte, und wir würden nicht nach Chile entkommen können.«
»Ehe diese Leute von Frankreich aus die spanische Admiralität benachrichtigten, konnten Sie längst …«
»Schon in Frankreich könnte man Anstoß daran nehmen, daß ein Mann, der noch vom Gericht gesucht wird, sich einer Brigg bemächtigt hat, deren Fracht Einwohnern
von Bordeaux gehörte. Übrigens, haben Sie auf dem Schlachtfelde nicht auch manchmal ein paar Kanonenschüsse zu viel abgefeuert?«
Wiederum eingeschüchtert durch den Blick des Korsaren, schwieg der General, und seine Tochter betrachtete ihn mit einer Miene, die in gleichem Maße Triumph wie Betrübnis ausdrückte.
»General,« sagte der Korsar mit tiefer Stimme, »ich habe es mir zum Gesetz gemacht, niemals etwas von der Beute beiseite zu bringen. Aber ohne Zweifel ist mein Anteil an dem gesamten Gewinn beträchtlicher, als Ihr Vermögen gewesen ist. Erlauben Sie mir, es Ihnen in anderm Gelde zurückzuerstatten –«
Er nahm aus dem Kasten des Pianos ein Pack Banknoten, zählte die Scheine nicht erst und legte etwa eine Million in die Hände des Generals.
»Sie begreifen,« fuhr er fort, »ich habe kein Verlangen, mir die Müßiggänger auf den Straßen von Bordeaux anzusehen. Andererseits soll aber auch durch die reizvollen Gefahren unsers Zigeunerlebens, durch die Szenerie des südlichen Amerika, durch unsere tropischen Nächte, durch unsere Schlachten und durch das Vergnügen, die Flagge einer jungen Nation oder eines Simon Bolivar zum Siege zu führen, Ihre Vaterlandsliebe nicht zum Wanken gebracht werden. Wir müssen uns also trennen. Eine Schaluppe und zuverlässige Leute werden Sie begleiten. Hoffen wir auf ein drittes und dann glücklicheres Zusammentreffen.«
»Victor, ich möchte noch einen Augenblick mit meinem Vater sprechen,« sagte Helene in schmollendem Tone.