»In zehn Minuten kann uns eine französische Fregatte

auf den Fersen sein. Doch, mir soll's recht sein! Wir werden ein Tänzchen aufführen. Meine Leute –«

»O, gehen Sie, mein Vater!« rief die Frau des Seemanns, »und bringen Sie meiner Schwester, meinen Brüdern und – und meiner Mutter,« setze sie hinzu, »diese Pfänder des Andenkens.«

Sie nahm eine Handvoll kostbarer Steine, Halsbänder und Schmucksachen, wickelte sie in einen Kaschmirschal und bot sie schüchtern dem Vater an.

»Was soll ich ihnen von dir sagen?« fragte er und schien betroffen, daß seine Tochter so auffällig gestockt hatte, ehe sie das Wort Mutter aussprach.

»O, können Sie an meiner Seele zweifeln? Ich bete täglich um Ihrer aller Glück.«

»Helene,« antwortete der Greis und sah sie aufmerksam an, »soll ich dich nicht mehr wiedersehen? Werde ich niemals den wahren Beweggrund deiner Flucht erfahren?«

»Dieses Geheimnis gehört nicht mir,« sagte sie in ernstem Tone. »Und hätte ich das Recht, es Ihnen mitzuteilen, so würde ich es vielleicht dennoch nicht sagen. Ich habe zehn Jahre lang unerhörtes Unrecht erlitten …«

Sie sprach nicht weiter und streckte dem Vater die Kostbarkeiten hin, die sie für ihre Angehörigen bestimmt hatte. Der General war vom Kriege her gewöhnt, im Punkte der sogenannten Beute ein weites Gewissen zu haben, und nahm die Geschenke an, die die Tochter ihm bot. Er dachte bei sich, daß unter der Einwirkung einer so reinen und erhabenen Seele, wie Helene sie besaß, der Pariser Kapitän ein ehrlicher Mensch bleiben und sich darauf beschränken würde, gegen die Spanier zu kämpfen.

Er ließ sich daher von seiner alten Vorliebe für alle