Es war ein runder, glatter Erfolg.
"Flametti! Flametti! Feuerschein!" schrieen die <Roten Brüder>, als der Vorhang fiel und sich noch einmal hob.
Herr Farolyi in vehementem Enthusiasmus, ging klatschend bis vor die Rampe. Donna Maria Josefa winkte mit Flatterhand. Mutter Dudlinger, die so selbstlos den Fünfzigfrankenschein vorgestreckt hatte, strahlte ein Strahlen, das über das ganze Lokal hinstrahlte. Miß Ranovalla de Singapore, speckiges Wunder, stand auf und ließ ihre beschatteten Augen schweifen. Sie empfand die Exotik dieser "Indianer" als eine ihr ganz persönlich gewidmete Ovation. Und Flametti verbeugte sich bärig, lächelnd, mit leuchtenden Jungensaugen, ob all dem Glück und Erfolg.
Die Musik intonierte, wie auf Verabredung, den Missouristep, von Engel mit selbstgefertigtem Plakat zu Bewußtsein gebracht. Bobby zog seinen Sommerpaletot aus und parodierte in glitzernd zur Schau gestelltem Eidechsenkostüm.
"Flametti! Flametti! Feuerschein raus!" tobte das Publikum immer noch, und Flametti mußte allein erscheinen. Kühn, leuchtend und groß stand er inmitten der Bühne, Delaware von Kopf bis zu Fuß, Held dieses Abends, Würdenträger und Häuptling seines Reviers.
Nach der Kassierung aber kamen die dienstbaren Geister vom "Krokodil" und Umgebung und räumten mit Hilfe des Publikums die Rosenhecken weg, soweit sie im Wege waren. Ein anstoßender zweiter Saal wurde geöffnet. Eine Vermischung des Varieté-Ensembles mit dem Publikum fand statt: es wurde getanzt.
"Nein, Jenny, was ihr für ein Glück habt!" rief Raffaëla, "ich muß mich ein bißchen zu euch setzen!" und sah Jenny träumerisch in die Augen.
"Fräulein Raffaëla", stellte Jenny vor, "Herr Seidel, mein Freund aus
Baden; Fräulein Amalie, Frau Schnepfe."
Und Raffaëla, da Jenny gerade damit beschäftigt war, die Kassierung nachzuzählen: "Was für ein Glück!"
"Ach, Raffaëla", seufzte Jenny, "wenn du wüßtest!"