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Herr Meyer sah aus wie Friedrich Haase als Richard der Dritte. Man fuhr nach Basel. Herr Meyer sah aus, als sei er, Herr Meyer, verantwortlich für diese Partie. Man fuhr zu Herrn Schnepfe nach Basel, und dieser Herr Meyer sah aus, als sei's eine Fahrt nach dem Feuerland.
"Sehen Sie mal, Herr Meyer", sagte Flametti, "ich kenne doch Schnepfes Lokal. Keine Sorge! Wochentags leer. Aber Sonntags brillant. Und jetzt zur Meßzeit, mit unseren Schlagern…! Das Wichtigste ist: man muß ihm den Schneid abkaufen, dem Schnepfe. Von vornherein. Gar nicht aufkommen lassen. So und so sieht es aus bei uns. Das und das brauchen wir.—Großes Lokal bei den Schnepfes. Prachtvolle Zimmer. Guter Kontrakt."
Aber Herr Meyer schien seine Bedenken zu haben. Er hörte kaum zu.
Rauchte 'ne Zigarette und spuckte wegwerfend durchs Coupéfenster.
"Sehen Sie mal", sagte Flametti und tippte die Asche weltmännisch auf
die vorbeisausende Landschaft, "wir haben: die "Indianer", den
"Harem", den Friedhofsdieb", den "Mann mit der Riesenschnauze", die
"Nixen", die "Ausbrechernummer"…." Er zählte das alles an den
Fingern her.
"Die "Indianer"?" warf Herr Meyer ein.
"Na ja, die "Indianer"."
"Wieso die "Indianer"?"
"Na: ich, meine Frau, die Soubrette und Rosa."
"Schöne "Indianer"!" meinte Herr Meyer. Ihm konnt' es ja recht sein.