"Jene aber, Verräter an der Notdurft der Menschheit gehen darauf aus, dem Leben seinen holden Schimmer, seinen Flaum zu nehmen. gez. Dr. A."

Und als eine neue Razzia stattfand, konnte man in der "Zündschnur",
Nummer 6, Jahrgang I, die Sätze lesen:

"Freunde! Mitbürger! Genossen!

Hört! Euer Bestes, euer Gemüt ist verdächtig. Vor Gericht ist alles Gemüt verdächtig. Gemüt kennzeichnet unseren Henkern Menschen, die auf suspekten Wegen gelitten haben und zermürbt sind. Gemüt ist für sie Opposition und Verschwörung. Gemüt ist das Merkmal von Menschen, die renitent sind, waren oder sein werden. Gemüt ist Eigendünkel und eine Gefahr für sie. Leute von Gemüt gehören in Untersuchungshaft. Man recherchiert mit Recht und Erfolg nach kriminellen Akten von ihnen. Legt euer Gemüt ab!"

Bei solchen Ergüssen war es erklärlich, daß das Geschäft litt, daß sich die Habitués verflogen.

Gerade der letztere Artikel wurde deshalb von direktorialer Seite sehr angefeindet. Sein ironischer Ton war leicht mißzuverstehen.

"Legt euer Gemüt ab!", das konnte auch heißen: Meidet die
Vorstellungen! Gebt keine Gelegenheit, euch zu fassen!

Das mußte dem Publikum Angst einjagen, es abhalten, zu kommen.

Der Dr. Asfalg in seinem Fanatismus ging entschieden zu weit, begann der Sache zu schaden. Und erreichen, der Polizei gegenüber, konnte er doch nichts. Sie hatte die Macht. Sie hatte vom Staat die Befugnis, zu "säubern". Und wenn man Sauberkeit, Ordnung und Rechtlichkeit anerkannte, dann mußte man auch die Polizei anerkennen.

Nur den vereinten rhetorischen Anstrengungen der Direktionen gelang es, den Besuch ein wenig zu heben.