Aber die Geigen-Marie genierte sich.
"Draußen in der Küche", sagte sie forsch.
Und sie ging hinaus in die Küche, öffnete den Schalter, damit man auch drinnen etwas hören könne, und dann spielte sie los. "Stille Nacht, heilige Nacht", oder "Behüt' dich Gott, es wär' so schön gewesen", oder "Die Rasenbank am Elterngrab".
Kam dann wieder herein und lächelte jeden einzeln der Reihe nach an, als wolle sie fragen:
"Na, wie war's? Schön, nicht wahr?"
Aber Lydia meinte:
"Komm' mal her! Was hast du denn da für ein Fähnchen?" und zog ihr ein kleines Metallfähnchen aus dem Brustlatz.
Lydia war neugierig wie ein Tier; beschnupperte sie, federte sie ab.
Den Brustlatz knöpften sie ihr auf. Ihre Strumpfbänder sahen sie nach, den Stoff ihrer blauen Glockenhosen rieben sie zwischen den Fingern.
"Ja", meinte Raffaëla bedenklich, "wenn du zu uns ins Ensemble willst, da mußt du vor allem gerade Beine haben und einen schönen Körper. Zeig' mal her!"