Am Abend aber, in der Garderobe, als er sich Maske schminkte und mit der Soubrette allein war, drängte es ihn doch, sich auszusprechen.

"Wissen Sie, Laura, es liegt mir ja nichts an den paar Franken. Aber das hätte ich doch nicht geglaubt von den Weibern."

Fräulein Laura saß vor dem langen Schminktisch, auf dem die
Schminkschatullen der Damen standen und tupfte sich mit der
Puderquaste die Nase.

Flametti, stehend, Laura den Rücken zugekehrt, zog sich, ein wenig unbeholfen, Indianerfalten zwischen Nasenflügel und Oberlippe.

Von unten hörte man Herrn Meyer das Zwischenstück, den Missouri-Step, spielen.

Flametti kam auf seinen Prozeß zu sprechen.

"Wissen Sie", meinte er seitwärts durch die gelüpfte Oberlippe, "das ist ja ganz anders, als die alle glauben. Das weiß ja meine Alte selbst nicht."

Fräulein Laura malte sich mit dem Augenstift japanische Monde.

"Mit der Traute, das stimmt. Aber mit der Güssy—schon in Bern—das war ein Gewaltsakt. Wenn man dahinterkommt, geht's mir nicht gut."

Für einen Moment verstummte unten im Saal Herrn Meyers Missouri-Step.