Laura sprang auf und horchte über das Treppengeländer hinunter.

"Haben noch Zeit!" meinte Flametti.

Und Herr Meyer legte auch sofort mit der Wiederholung los. Fräulein
Laura eilte zurück zur Schminkschatulle.

Flametti warf seinen Häuptlingsrock über den Kopf.

"Jenny versucht ja alles. Sie schafft Geld und sie hat sich ihre
Aussage so zurechtgelegt, das man den beiden nicht glauben wird…
Wenn der Schwindel glückt….!"

Er selbst schien nur halb dran zu glauben. Trotzdem konnte er sich nicht verkneifen, ein wenig zu renommieren. Im Indianerkostüm ging's wohl nicht anders.

"Man kennt mich zu gut! Weiß, daß ich ein Gewaltsmensch bin; wen man vor sich hat, und daß es nicht so glatt abgeht, wenn man mir an den Kragen will!"

Er stellte sich, in Unterhosen, den Speer zurecht.

"Achtzehn war ich alt,—in Bern, mit ein paar Kollegen—, einen ganzen Schlag haben wir in die Aare geschaufelt bei Nachtzeit, das Fundament weggegraben. Die ganze Bescherung mitsamt den Weibern fiel in die Aare…."

Er sah sich vorsichtig um, ob es auch keinen Zeugen gäbe, und lachte belustigt.