Mutter Dudlinger spendierte zwei Flaschen Asti und man saß oben in
Flamettis Stube, zu vieren, und feierte Bruderschaft.

Ein alter, eidgenössischer Burschenschaftler war jener Gast, gemütlich, breit, keine Spur von Spitzel oder Detektiv; das Gegenteil davon: ein weinseliger Zecher mit Riesenbizeps und Goliathstirn.

Auf streifte er seinen Hemdärmel, ballte die Faust, eine Seele von
Mensch, und ließ den Muskel schwellen.

Flametti tat das gleiche. So saß man sich gegenüber auf dem Kanapee und sah sich voll trunkener Sympathie tief in die Augen.

Anstieß jener, daß der Wein überschwappte und rief mit völkischer
Urwüchsigkeit:

"Prosit Flametti!"

Mutter Dudlinger aber, die ihn liebte in ihrer Seele, setzte sich auf seinen Schoß, brünstigen Gemütes, und umhalste ihn. Und ihr Speck hing über seine breiten Schenkel in vollen Schwaden.

"Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang,
Der bleibt ein Tropf sein Leben lang."

Jenny war keineswegs gewillt, die Dinge gehen zu lassen, wie sie gingen.

Sie beschloß, strengere Saiten aufzuziehen dem Ensemble gegenüber und auch zu Hause; Contenance zu bewahren. Ihre Maßnahmen richteten sich zunächst gegen Fräulein Theres.