Jenny wußte die Vorzüge der vorläufig noch in ihrem Heimatsort weidenden Gans so jesuitisch ins Licht zu setzen, daß Lydia, die gerade die tränenbenetzte Photographie ihres Emil am rechten Schenkel der übereinander geschlagenen Beine abgewischt hatte, den Arm sinken ließ und träumerisch verzückt an Jennys Augen hing.
"Nein, Jenny, sag' wirklich, gibt's eine Gans?"
"Werdet schon sehen!" tat Jenny geheimnisvoll.
Da konnte man denn so recht sehen, wie solche Bravourstücke einer auf's Ganze gerichteten Erfindungsgabe niemals ihre gute Wirkung verfehlen.
Gebändigt waren Lydia und Raffaëla mit einem Schlage. Um den Finger konnte man sie wickeln. Pünktlich wurden sie wie Normaluhren. Zahm wie Tauben.
Ja, der Ruf von Flamettis Solvenz verbreitete sich im Handumdrehn.
"Wie sind Sie eigentlich zufrieden mit Ihrem Engagement?"
"Oh, danke, sehr gut! Verpflegung vorzüglich. Alle drei Tage
Geflügel. Das Geschäft geht famos. Heute ausnahmsweise schlechtes
Haus. Aber sonst: glänzend!"
So und ähnlich sprach man im "Krokodil" und in der Umgebung des
Künstlertischs.
Ja, Donna Maria Josefa, alias Frau Scheideisen, und Herr Farolyi erfuhren von der Gans.