"Aehhh!" rief Raffaëla, "wir kommen auch! Wir kommen auch!"

Aber Lydia war schon wieder sentimental geworden. Emils gedachte sie beim Anblick der Gans, dieses Wahrzeichens von Kultur und Wohlstand, dieses Inbegriffs aller heimischen Geborgenheit und ehelichen Einfalt. Ihres fernen Emils gedachte sie und glücklicherer, vergangener Zeiten. Salzige Tränen rannen ihr über die schlaff geweinten Wangen.. .

Gelang es Jenny auf diese Weise, den am Verfall sich mästenden Zynismus der beiden Scheideisen zu knebeln, so sah sie doch ein, daß damit nur die Hälfte der Arbeit geleistet war.

Gefährlicher drohten die stilleren Elemente des Ensembles: Herr Meyer,
dieser Idealist, dem es nicht paßte, daß Flamettis Flagge auf
Halbmast wehte; der sich ganz persönlich betroffen fühlte von
Flamettis Fehltritt und seinem Verzicht auf ein erstklassiges Renomee.

Fräulein Laura, die gewiß an dem Meyer schürte, weil es sie jückte, selbst die Direktorin zu spielen, an der Kasse zu sitzen und das Geld einzuheimsen, statt mit der Kassiermuschel durch das Lokal zu tippeln.

Jenny entging nicht die heimliche Verschwörung, die man im
"Krokodilen" geschmiedet hatte.

Freilich mußte der Meyer sich einbilden, er könne so gut wie Flametti ein Varieté aufmachen. Was war leichter als das?

Freilich glaubte diese Laura, sie kenne den verstohlensten Geschäftskniff, weil es ihr gelungen war, Jenny den Seidel & Sohn auszuspannen.

Aber sie sollten sich verrechnet haben.

"Bis hierher und nicht weiter", sagte sich Jenny. "Wenn sie weggehen, sind wir pleite."