"Die schöne Gans!" hauchte sie, ganz versunken und verträumt, mit gefalteten Händen und gottergebenen Augen.

"Wann wird sie gegessen?" Und ihr Unterkiefer bebberte gierig und erregt, wie einer Katze das Maul zittert, wenn sie den Kanarienvogel sieht.

Jenny weidete sich an der Qual der Opfer.

Mit der einen freien Hand hielt sie sich Raffaëla vom Leib, die alle
Anstalten machte, in den Besitz der Gans zukommen.

"Wann wird sie gegessen? Wann wird sie verzehrt? Wann wird sie verspeist?" rief nun auch Raffaëla.

Lydia saß noch immer mit funkelnd hingegebenen Augen.

Und Jenny, amüsiert, grausam, pervers:

"Vielleicht morgen. Vielleicht übermorgen. Vielleicht schon heute nacht. Je nachdem!"

"Wieso heute nacht?" dehnte Raffaëla betroffen.

"Nun", sagte Jenny, ganz grande dame, "vielleicht kommen ein paar
Freunde von mir und meinem Mann, und wir feiern einen kleinen
Abschied."