Flamettis Prozeß war jetzt auf den dreizehnten angesetzt.
Man spielte in den kleinen und kleinsten Kneipen. Das Ensemble hatte nach dem Austritt der Damen Scheideisen eine Ergänzung erfahren. Man richtete sich ein.
Die Soubrette trat zehnmal auf am Abend: fünf Soli, vier Ensembles, einmal als Rezitatorin. Sie sprach dann den "Leutnant aus Zinn" und die "Fremdenlegionäre".
Engel hatte sich durch freiwilligen Eintritt ins Krankenhaus einen glücklichen übergang zu den "Original—Ideal—Perplex—und Simplex-Mühlen" gesichert.
Bobby laborierte an einer Entzündung und die Bögen und Handstände fielen ihm schwer. Aber er schaffte es.
Herr Meyer seinerseits saß pünktlich um sechs allabends am Piano, um das wie Pleureusen die Tropfen von der Decke fielen. Die Portiere am Eingang—Türen gab es nicht—klatschte vereist an die Beine etwelcher zirkussüchtiger Gäste. Die Kalkwände der Garderoben blätterten ab. "Frühling ist's, die Blumen blühen wieder"—selige Erinnerung.
Flametti und Jenny allein bewahrten Humor.
Zum Zeichen ihres absoluten unwandelbaren Einvernehmens sangen sie zusammen die "Meistersinger von Berlin", ein revueartiges Duett, das unter ihrer scharf pointierten Interpretation sich als anmutigstes Duell, voller mondäner Anspielungen auf den laufenden Prozeß, präsentierte.
Der Detektiv von neulich wiederholte Besuch und Nachfrage. Und
Fräulein Theres war ein zweites Mal gezwungen, den Gasherd abzudrehen
und den Schauplatz ihrer klausurhaft verteidigten kulinarischen
Manipulationen für ein Viertelstündchen zu verlassen.
Flametti wälzte im rastlosen Gehirn finanzielle Transaktionen.