"Na, gehen wir zur Vorstellung!"

Und Flametti zahlte, auch für den neuen Herrn Direktor, der zu schüchtern war, "Lina", "Frieda", oder "Kathrein" zu rufen.

Und Flametti sah, was da kommen würde, lächelte ironisch, und man ging.

Jenny hätten Sie sehen sollen an diesem Abend! Glacéhandschuhe zog sie, gewissermaßen, über die Zunge. So spitzig und kalt, so unnahbar verächtlich wußte sie sich zu benehmen, daß Meyer kaum wagte, sie anzusehen.

"Geh', Max, laß doch das Gesindel!" sagte sie mehr als halblaut, als Herr Meyer in den Indianern danebengriff, und Flametti auf der Bühne einen cholerischen Anfall bekam vor Indignation.

"Laß sie doch gehen! Sie haben's ja nicht mehr nötig!"

Und als die Soubrette mit doppeltem Eifer nach der Kassiermuschel griff, um sich ins Publikum zu stürzen:

"Nein, lassen Sie nur! Ist nicht nötig. Rosa besorgt's schon."

Und auch Rosa hob ihre Nase von Stunde an höher und Bobby überkam ein solcher ärger darob, daß er sie am liebsten geohrfeigt hätte.

Der Zustand wurde unerträglich. Und es war deshalb eine Erlösung für beide Teile, als Fräulein Laura an einem der nächsten Abende gelegentlich der "Commis voyageusen" auf dem kleinen viereckigen Podium der "Drachenburg" ausglitt und mit dem Steißbein so unglücklich auf eine Stuhlkante aufstieß, daß man sie, stöhnend und ächzend, in die Garderobe und von dort mit einer heftigen Prellung nach Hause bringen mußte.