"Ja, wir bügeln", wischte Jenny sich die Schweißhände an den Busen.

Theres brachte das Bügeleisen, und Lena nahm ihren Stuhl.

"Schöne Sachen hört man!" rückte sich Lena auf ihrem Stuhl zurecht.

"Um Gotteswillen, Lena, was gibt es denn?"

"Ja, ja", seufzte Lena.

"Was denn, Lena? Sprich doch!"

Und zu Rosa: "Geh mal raus in die Küche! Ich ruf' dich dann!"

Flametti hämmerte angelegentlich und beflissen am Schlüsselloch.

"Also hört zu", strich Lena ihren Rock zu den Füßen, "sie machen euch aus, wo sie können. Sie erzählen, daß es rutschab geht: ihr zahlt keine Gagen mehr; es gibt nichts zu essen. Ihr bekommt keine Geschäfte mehr. Grad hab' ich den Bollacker getroffen. Mit dem hat's doch die Häsli. Von einem Türken haben sie erzählt und von Opium. Ich weiß ja nicht, was ihr da habt. Aber sie sagten, es sei ihnen zu brenzlich und sie sähen sich nach einem anderen Engagement um."

"Was haben sie erzählt?" duckte sich Jenny. "So eine Gemeinheit! So eine Niedertracht! Hörst du, Max, was sie ausstreuen? Wie sie sich rächen? Ihren Gadsch hat sie instruiert, daß er herumgeht und uns das Geschäft verdirbt! So eine Infamie!—Weißt du was, Max? Die wollen selbst anfangen. Die laufen uns fort.—Wir, keine Geschäfte mehr! Lena, man läuft sich die Füße wund, daß wir spielen! An der Haustür fängt man uns ab! Wir brauchten nur rübergehen zum "Krokodil"!—Du kennst doch das "Krokodil"! Eins A, dreihundert Franken Draufgeld! Aber wir wollen nicht, weil wir neu einstudieren. Weißt du: der Braten war bißchen angebrannt. Das hat diese Alte so verbiestert, daß sie jetzt überall ausschreit, sie hätte zu hungern bei uns. Du kennst doch unsere Kost! Warst drei Jahre bei uns. Hast du dich je zu beklagen gehabt? Ist dir je etwas abgegangen?"