"Wieso Merci? Wieso Proben? Weißt du, Mechmed, das ist—das ist—" Seine Augen funkelten. Er schien zu Tätlichkeiten geneigt. "Also weißt du—"

Aber Mechmed hatte sich, etwas schwach auf den Waden, schon zum
Kleiderhaken begeben, nahm Paletot, Hut und Regenschirm herunter;
sagte, mit einer einzigen, großen, zauberhaften Handbewegung über den
Tisch und Flametti wegsegnend zur Kellnerin: "Deux francs, l'addition.
Bonjour die Herrn!" und wandte sich wackelnd zum Ausgang.

Flametti stand gebannt und entwaffnet. Und da er die Blicke der Gäste auf sich gerichtet sah, ließ er seinen ärger in ein entschuldigendes Lächeln übergehen, setzte sich wieder hin und drehte an seinen Ringen.

Zu dumm, diese ganze Affäre! Was würde Jenny dazu sagen? Was war nun das Resultat von vierzehn Tagen? Drei Tüten Niespulver.

Er mußte lächeln, wenn er an den alten Knacker dachte, der es verstanden hatte, ihn hinzuhalten. Aber es war ein Lächeln, das saurer wurde, je länger es währte.

Eigentlich hatte er gehofft, der Türke würde ihm aus der Klemme helfen. Und mehr:

Beim brasilianischen Konsulat hatte er vorgesprochen zwecks Auskünften. Auszuwandern gedachte er, wenn die acht Mille vom Türken erst flüssig würden.

Sich in der Schweiz mit den Lölis placken? Man ist doch kein Narr.
Die brasilianische Regierung stellt Land zur Verfügung, soviel man
haben will. Baut einen Rancho. Zwanzig Jahre Kredit. Jenny wird
Kaffee pflanzen. Max Sumpfhühner schießen. Ein Pferd kostet dreißig
Franken. Eine Kuh zwanzig. Ein Kalb zehn. Und man atmet in freier
Luft; Brust an Brust mit den Botokuden.

"Das machen Sie gut!" unterbrach sich Flametti mit einer Floskel aus seinem Varietéjargon, "freie Luft!"

Ihm fiel die Konkubinatsstrafe ein. Was wird nun damit geschehen?
Nachdem der Türke versagt hat? Kranemann wird keinen Pardon mehr
geben. In die Wohnung wird er kommen mit dem Arrestbefehl. Mit dem
Loch wird er drohen.