Er, Kranemann, ihn, Flametti arretieren! Flametti lachte. Zur Treppe wird er ihn spedieren, den Herrn Kranemann. Vors Fenster wird er ihn hängen, wie er die Möbel seiner ersten Frau, dieser Xanthippe, vors Fenster gehängt hat: den Nachtstuhl, den Schrank, die Kommode, alles hinaus vors Fenster, an langen Stricken. Da hol' dir's!

Das war ein Auflauf auf der Straße. Mit Fingern zeigten sie auf die
Hausfront.

Nun, man soll erst mal sehen, wenn die Detektivs draußen hängen!
Jeder am Rockkragen säuberlich zum Lüften aufgehängt. Ist's ein
Wunder? Geld hat man keins. Fürs Loch hat man keine Zeit. Und doch
wird man aufs Blut kuranzt…

Wenn man's bei Licht besieht: die sind doch die eigentlichen Apachen.
Mit diesem Beruf! Warum betreiben sie ihn? Aus Rechtlichkeit?
Ganz gewiß nicht. Aus Ordnungsliebe? Keine Spur. Raufbrüder sind
es, verkappte. Herausfordernde Protzen. Leisetreter. Drohnen der
Gesellschaft.

Auch diese Schäferhunde: das sind schon die rechten! So ein Vieh, ansehen muß man's: entartete Bestien. Wirf ihnen einen Brocken hin: sie schnuppern nicht einmal dran. Hochverräter an ihrer ganzen Rasse. Leisetreter wie ihre Herrn.

In seinem, Flamettis Fall: wowohl, er hatte in Konkubinat gelebt. Die Scheidung von seiner ersten Frau war noch nicht durchgeführt. Wer beklagte sich drüber? Niemand. Macht hundertfünfzig Franken Buße. Inklusive Prozeßkosten: hundertachtzig Franken. Sah man von diesem Geld je etwas wieder? Wurde dafür die Fuchsweide verschönert? Ein neuer Bahnhof gebaut? Flametti reiste wenig. Ihn interessierte es nicht. Aber die hundertachtzig Franken, die interessierten ihn.

"Zahlen!" rief er laut und patzig.

Als er auf die Straße trat, fielen ihm Jenny und das Geschäft wieder ein.

Hinüber lenkte er zur Filiale des "Tagblatt" und gab eine Annonce auf:
"Lehrmädchen gesucht. Kostenlose Aufnahme und Ausbildung.
Flamettis Varieté-Ensemble."

Kostete drei Franken achtzig. Er nahm die Quittung und seinen Ausweis in Empfang und kehrte um. Seine Stimmung, so sehr er auch grübelte, klärte sich auf.