"Mein neuer Tschibuk", renommierte Flametti, "fürs "Harem"."

"Neue Ausstattung?" meinte Herr Schnabel. Und mit Bezug auf den
Tschibuk: "Schönes Stück.—Echtes Stück?"

"Jawohl", bestätigte Flametti prompt und zuvorkommend. "Tschibuk aus
Aleppo. Echte Arbeit."

"Ah, von dem Mechmed", riet Herr Schnabel aufs Geratewohl. Flamettis
Beziehungen zum Türken waren ihm nicht unbekannt.

"Nix Mechmed!" beeilte Flametti sich, mit gesundeter Selbstironie hausbacken zurückzuweisen. "Orientbazar. Sieben Franken fünfzig."

"Ist auch besser so", meinte Herr Schnabel leichthin und nur halb bei der Sache. Er drehte die Hand in der Hosentasche, verfolgte mit wachsamen Augen den Hausknecht, der zapfte; die Kellnerinnen, die sich anschickten, den Saal fürs Konzert herzurichten, und entschwand zum Büfett. Er hatte offenbar viel zu tun.

Flametti war in Verlegenheit. Was sollte er tun?

Die Kellnerin brachte den Goldshag und Flametti stopfte die Pfeife.
Ein glücklicher Umstand kam ihm zu statten: Frau Schnabel erschien im
Lokal, freundlich lächelnd nach allen Seiten, eine aufgehende Sonne.

"Sie, Herr Schnabel!" rief Flametti vertraulich, winkte mit dem Kopfe und griff in die Brusttasche: "Was sagen Sie dazu? Kennen Sie den?" Und lächelte Madame Schnabel ein "Guten Abend" zu.

Herr Schnabel, abgelöst am Büfett, trat wieder näher. Aus Flamettis
Hand, zeremoniös umschlossen, stieg eine Photographie in
Postkartenformat, darstellend einen Herrn in den mittleren Jahren,
mit englisch gestutztem Schnurrbart, Schillerkragen und
Künstlerkrawatte.