"Zahlen?" rief sie und schaute dabei unternehmend nach allen Seiten, "erst heraus damit!"; was der Dienstmann im blauen Leinenkittel, der sich inzwischen mit seinem Karren an der Ecke der Fleischerhalle versammelt hatte, als den besten Witz des bisherigen Morgens verständnisinnig zur Kenntnis nahm und lächelnd quittierte.
Flametti hatte Glück. Als die Uhr acht schlug, nahm er seine Büchsen,
Angeln und Netze und begab sich nach Hause.
Auf zehn Kilo schätzte er, was er gefangen hatte. Damit ließ sich leben.
Er stellte das Angelgerät an seinen Platz zurück, ging in die Küche und suchte der Wirtschafterin aus dem Netz die Rotaugen heraus für den Mittagstisch. Nahm dann mit einem kräftigen Ruck seine Last wieder auf und stapfte davon.
Schnurstracks begab er sich ins Hotel Beau Rivage, wo er bekannt war, verlangte den Küchenmeister zu sprechen und bot ihm die Fische an.
"Schau her", sagte er, "hast du so einen Aal gesehen?"
Er packte den schleimigen Aal, der sich zu unterst ins Netz verkrochen hatte, und ließ das Tier, das sich heftig sträubte und ringelte, durch die geschlossene Faust in das Netz zurückgleiten.
"Schau den Barsch!" sagte er und jonglierte den fettesten Barsch auf der flachen Hand. Dann wischte er sich mit dem Taschentuch seine Finger ab.
Man wurde handelseinig. Der Küchenmeister stellte einen Schein aus, und Flametti nahm bei der Büfettdame dreißig Franken in Empfang. Er hatte das leere Netz zusammengerollt, dankte verbindlichst und machte sich auf den Heimweg.
Das Wetter hatte sich aufgeklärt. Die herbstgelben Bäume der Seepromenade hoben sich scharf und klar gegen den hellblauen Himmel ab. Die Möwen strichen mit schwerem Flügelschlag langsam und mächtig den Fluß entlang, ballten sich kreischend zu einem wirren Schwarm und kreisten in schönem Bogen, eine leis auf die andre folgend, vor einem Spaziergänger, der ihnen Brösel zuwarf. Mit langen Schnäbeln haschten sie geschickt im Flug.