Flametti war bester Laune. Er schwenkte in eines der kleinen, am Kai liegenden Zigarrengeschäfte und erstand sich eine frische Schachtel "Philos grün".

Mit Gentlemanpose warf er ein Fünffrankenstück auf den Ladentisch. Er schob das Wechselgeld in die Hosentasche, ohne viel nachzuzählen, klimperte, fuhr mit der Hand an den Hut, sagte "Salü!" und marschierte weiter.

"Salü, Fritz!" rief er, die Hand am Hut, einem Bekannten zu, der aus einer kleinen Seitengasse bog.

"Was kosten die Kressen?" fragte er im Vorbeigehen einen
Gemüsehändler unter den Arkaden.

Und vor dem Fenster eines Bazars blieb er stehen, musterte mit
Kennerblick die ausgestellten orientalischen Waren, ging hinein und
erstand einen hellblauen Tschibuk mit Goldschnur, der ihm für seine
Ausstattungsnummer "Im Harem" fehlte zum Sultanskostüm.

Er war sehr zufrieden mit seinem Kauf, stapfte den Kai entlang und begegnete Engel, dem Ausbrecherkönig, Engel, seiner Kreatur, die vor kurzem noch Monteur gewesen, dann zum Varieté übergegangen war.

"Salü Max!" grüßte Engel familiär, doch in respektvoller Distanz.
"Auch schon munter?"

Max machte Halt, ein wenig degoutiert, seinen Lieblingsgruß aus fremdem Mund zu vernehmen. Ziemlich nachlässig und nebenhin sagte er "Salü!", nahm die Zigarette aus dem Mund und kniff das rechte Auge zu.

"Das war ein Gaudi heut nacht!" legte Engel los, "hättest dabei sein müssen! Der Pips war mit und die Margot und die lange Mary und eine ganze Gesellschaft aus Chaux-de-Fonds. Unten bei Mutter Dudlinger. Fünf Schampusflaschen haben wir die Hälse gebrochen. Und ein Lärm! Da war Pinke-Pinke!"

Mit sportsmännischer Nachlässigkeit hielt er den Arm lang ausgestreckt und tippte die Zigarettenasche gegen die Gosse.