Max war sehr uninteressiert. Die Abenteuer seines schmächtigen, für Zusteckereien allzu empfänglichen Ausbrecherkönigs imponierten ihm nicht.
"Komm mit!" sagte er unvermittelt und packte den Ausbrecherkönig beim
Arm, "trinken wir im "Ochsen" 'ne Halbe!"
Und sie schwenkten hinüber über die Gemüsebrücke zum "Roten Ochsen".
"Du, Max", meinte Engel und versuchte, mit dem mächtig ausschreitenden Flametti gleichen Schritt zu halten, "sag' mal aufrichtig: Hast du der Margot einen Aal versprochen? Sie sagt's nämlich."
Flametti blieb stehen. "Jawohl, ich, einen Aal, der Margot! Hab' die Aale grad zum Verschenken! So seh' ich aus!"
"Na, also!" beschwichtigte Engel. "Weißt du, Margot ist man 'n verrucktes Frauenzimmer. Hab's ja gleich gesagt."
Der Ochsenwirt war nicht zu Hause. Eigentlich war man hingegangen, um ein Geschäft auszumachen. Man nahm einige Glas Münchner, standesgemäß, Flametti zahlte, Engel nahm die Hüte vom Haken. Dann ging man zum Essen.
Mutter Dudlinger, die Dame, bei der sich Herr Engel mit der
Gesellschaft aus Chaux-de-Fonds ein so lustiges und vornehmes
Rendez-vous gegeben hatte, Eigentümerin des Hauses, in dem auch
Flametti wohnte, lag ihrer Gewohnheit gemäß unterm Fenster, als die
beiden Männer in die kleine Gasse bogen.
Sie sonnte den Busen und lächelte ihnen mit einem wohlwollenden
Nicken des Kopfes Willkomm zu.
Dieser Busen! Er nahm die ganze Breite des Fensters ein und drängte dabei den wahrlich ungraziösen, fast könnte man sagen plumpen Körper zurück, der auch seinerseits aus dem grauen, schmuggeligen Hause heraus nach Licht und Sonne begehrte.