Im Nebengebäude negerten los: die Pauke und das Tschinell. Über der Straße drüben rupften zwei rivalisierende Damen einander die Federn aus.
"Ich nehme meinen Zauberstab zum zweitenmal in die Hand!" schrie es aus der "Tulpenblüte".
"Hei, wie das prasselt und wie das herrlich zischt!
Das sieht nur einer, der in der Hölle ist!"
stampfte und klatschte es aus dem "Vaterland". Dort schwangen Ferreros "Lustige Teufel" die Zackenspieße.
"Welch wunderschöner Klang
Tönt durch die Straß' entlang!
Jetzt kommt auf Ehr
Das Militär
In Reih' und Glied daher!"
wetterte es, weniger diabolisch, dafür preußischer, aus der weiter unten gelegenen "Wasserjungfer", wo auch Fräulein Kunigunde, die Schlangendame, zugegen war.
Weiter oben aber, jenseits des Platzes, übertönte den Lärm die wie eine Weckuhr losrasselnde französische Soubrette des "Café Neptun":
"Einrich, laß die Osen runter,
Tu mir den Gefallen!
Laß sie bitte gance erunter
Auf die Strümpfe fallen."
Unschlüssig schwankte das Publikum zwischen "Große Trommel",
"Infernalische Leidenschaft", "Kaiser Wilhelm" und "Pariser Eleganz".
Hier war was geboten! Hier kam man auf seine Rechnung! Und was ein richtiger Dandy war, der von der Welt etwas verstand, entschloß sich überhaupt nicht, hineinzugehen, sondern die Sache mehr platonisch zu genießen, als Schauspiel gewissermaßen, von außen, als Zusammenklang, mit der überlegenen Intelligenz dessen, den die Realität nur als Widerspruch nicht mehr enttäuschen kann.