Er trat zurück. Freundlicher Beifall erhob sich: man dankte fürs
Arrangement.
"Sehr hübsch", sagte Donna Maria Josefa überrascht zu Herrn Leporello, demselben Herrn Leporello, den Jenny morgens im Gespräch mit Raffaëla als Direktor bezeichnet hatte.
Mister Bobby, der Exzentrikmann, war inzwischen ebenfalls erschienen, in schillerndem Eidechsenkostüm; einen hellbraunen, vom Regen verwaschenen Sommerpaletot über den Schultern, Zigarette rauchend.
Man diskutierte die zart gesetzte Rede Flamettis und stimmte allseits darin überein, daß Flametti in solchen sarkastisch-sachlichen Gängen unübertroffen sei.
Der Ausfall gegen das Jodlerterzett, bei aller Anerkennung der Häslischen Leistungen, bildete eine ganz besondere Sensation. Solcherlei Ausfälle liebte Flametti. Sie erweckten im Zuschauerkreis ein Interesse, das über die rein artistische Leistung hinaus die Person des Artisten auch von der menschlichen Seite ins Auge faßte. Sie boten Flametti Gelegenheit, zu privaten und häuslichen Dingen summarisch Stellung zu nehmen. Der Vortrag vor öffentlichkeit und Gesellschaft wurde in seinen Händen ein starkes Mittel, die Seinen an exponierter Stelle im Zaume zu halten.
Frau Häsli war denn auch reichlich aufgebracht.
"Flametti!" stellte sie ihn zur Rede, "das war nicht nötig! Das haben wir nicht verdient um euch. So eine Blamage! Ich hab' nun gesehen, wie man mit uns verfährt. Ich habe nie nötig gehabt, im Häuschen zu sitzen!",—das war eine Anspielung auf Jennys Vergangenheit—, "na, gut, daß ich's weiß."
Hastig strich sie sich die Löckchen aus der Stirn.
"Jenny", rief sie, "das hätte ich nicht erwartet. Pfui Teufel. Da sieht man's!"
Auch Häsli fand solche Manier despektierlich. Er spuckte aus. Sagte aber nichts. Rosa feixte.