Wenn der Vorleser an die Stelle kommt, die von der zukünftigen Erlösung spricht, heben alle ihre Hände auf, spreizen die Finger und rufen, tief bewegt und voller Trauer: „Wollte Gott, daß Meschiach, Davids Sohn, käme und alle Verbannten sammelte, so wie der Ewige, unser Gott, einst unseren Vätern tat.“ Und die Frauen fallen ein und rufen: „Amen, dies sei sein Wille!“ Und an der Stelle: „Zu jeglicher Zeit ist ein jeder verpflichtet...“ erhebt sich der Vorleser, nimmt ein Stückchen Mazzah, eingewickelt in ein altes Tuch, legt es sich auf den Nacken, geht vier Schritte, zeigt es allen und erklärt ihnen in ihrer Sprache, daß so unsere Väter aus Mizrajim zogen, den Teig auf den Schultern; auch macht er hastige Bewegungen, um ihnen das Wort: „In Eile“ recht zu Gemüte zu führen.

Indessen gehen die Jünglinge in ein besonderes Zimmer, wählen dort einen unter sich, kleiden ihn in zerfetztes Gewand, legen ihm einen Sack auf die Schultern, geben ihm einen dicken Hakenstock in die Hände und schicken ihn hinaus. Nach einer Weile hört man lautes Pochen an der Tür. Der ausgesandte Jüngling steht draußen und bittet flehentlich um Einlaß. Die Sitzenden fragen ihn insgesamt: „Wer bist du und was willst du hier.“

„Ich bin ein Jude und will mit euch Peßach feiern, das Fest unserer Freiheit.“

„Wie sollen wir dir glauben, daß du ein Jude bist?“

„Ich trage doch einen Talliskatan und Schaufäden.“

„Das ist noch kein Beweis; gib ein anderes Zeichen!“

„So mögen es euch meine Schläfenlocken beweisen!“

„Auch das genügt uns nicht, es ist noch nicht das Richtige.“

„Laßt mich nur ein und ihr werdet sehen, daß ich die Wahrheit spreche.“ Und dabei beginnt er zu zürnen und zu toben und poltert mit dem Stock an der Tür. Da fragen sie weiter:

„Wenn du denn ein Jude bist: weshalb kommst du so spät? Weißt du denn nicht, daß heute ein Festtag in Israel ist, an dem man daheim ruht?“