Das waren seine letzten vernehmbaren Worte, und am Montage, den 29. Juli 1833 frühe morgens 3 Uhr hauchte er seinen letzten Seufzer aus.

Wer dürfte zweifeln, daß mit demselben die Seele des treuen Sklavenfreundes einging zu dem, der seines Herzens Trost und Teil war, weil er mit seinem heiligen Versöhnungs- und Erlösungsblute aller Sklaverei ein Ende gemacht hat, daß sie einging zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes?

Auf 73 Jahre 11 Monate hatte Wilberforce das reich gesegnete Erdenleben bringen dürfen, das wir aus den vorstehenden Blättern zu schildern versucht haben; aber für alle Zeiten wird sein Gedächtnis währen überall, wo man nach denen fragt, und um die sich bekümmert, welche in Wahrheit Wohlthäter der Menschheit gewesen sind.

Oder dürftest Du jetzt noch bezweifeln, lieber Leser, daß Wilberforce in der That ein solcher gewesen ist.

Hat er nicht durch unermüdliches Wirken demjenigen Teile der Menschheit, welcher vorher unbeanstandet das furchtbare Joch einer leib- und seelenmörderischen Knechtschaft getragen hatte und in der öffentlichen Meinung mit den Tieren fast auf gleiche Stufe gestellt gewesen war, nicht allein zur Milderung seiner Leiden geholfen, sondern auch zur Anerkennung seiner Menschenwürde und Menschenrechte?

Hat er nicht den übrigen Teil der Menschheit, der in seiner Verblendung der schwarzen und farbigen Rasse ohne Bedenken jenes furchtbare Joch der Sklaverei auferlegen zu dürfen geglaubt hatte, die Augen aufgethan und das Gewissen geschärft, das Jahrtausende hindurch geübte himmelschreiende Unrecht zu erkennen, und so den Fluch von ihm wenden helfen, der aus solchem Unrecht notwendig erwachsen muß?

Hat er nicht – und das möchten wir als die höchste Wohlthat preisen, die er der Menschheit erwiesen – durch sein ganzes Leben und Wirken es jedem, der nur sehen will, klar und unwiderleglich unter die Augen gestellt, daß das wahre, lebendige Christentum die Quelle aller Tugenden ist, und daß zumal jene Tugenden, die allein befähigen großes für die Welt zu vollbringen, lediglich aus dieser Quelle geschöpft werden können: Der heilige Eifer, der für das in Gottes Namen begonnene Werk glüht, der feste Mannesmut, der vor keiner Gegnerschaft und vor keiner Widerwärtigkeit zurückbebt, die unermüdliche Geduld, die sich durch keine fehlgeschlagene Hoffnung beugen läßt, die hingebende Selbstverleugnung, die von jedem Suchen des Eigenen absteht?