Hechingen. Du hast nicht wissen können, wer der sein wird, der vor dich hintreten wird, und daß es nicht dein Mann ist, sondern ein neuer enflammierter Verehrer, enflammiert wie ein Bub' von zwanzig Jahren! Das verwirrt dich, das macht dich taumeln. (Will ihre Hand nehmen.)

Antoinette. Nein, es macht mich gar nicht taumeln, es macht mich ganz nüchtern. So terre à terre macht's mich, alles kommt mir so armselig vor und ich mir selbst. Ich hab' heut einen unglücklichen Abend, bitte, tu mir einen einzigen Gefallen, laß' mich nach Haus fahren.

Hechingen. Oh, Antoinette!

Antoinette. Das heißt wenn du mir etwas Bestimmtes hast sagen wollen, so sag's mir, ich werd's sehr gern anhören, aber ich bitt' dich um eins! Sag's ganz in deinem gewöhnlichen Ton, so wie immer.

Hechingen (betrübt und ernüchtert, schweigt).

Antoinette. So sag doch, was du mir hast sagen wollen.

Hechingen. Ich bin betroffen zu sehen, daß meine Gegenwart dich einerseits zu überraschen, anderseits zu belasten scheint. Ich durfte mich der Hoffnung hingeben, daß ein lieber Freund Gelegenheit genommen haben würde, dir von mir, von meinen unwandelbaren Gefühlen für dich zu sprechen. Ich habe mir zurecht gelegt, daß auf dieser Basis eine improvisierte Aussprache zwischen uns möglicherweise eine veränderte Situation schon vorfindet oder wenigstens schaffen würde können. — Ich würde dich bitten, nicht zu übersehen, daß du mir die Gelegenheit, dir von meinem eigenen Innern zu sprechen, bisher nicht gewährt hast — ich fasse mein Verhältnis zu dir so auf, Antoinette — langweil' ich dich sehr?

Antoinette. Aber ich bitt' dich, sprich' doch weiter. Du hast mir doch was sagen wollen. Anders kann ich mir dein Herkommen nicht erklären.

Hechingen. Ich fass' unser Verhältnis als ein solches auf, das nur mich, nur mich, Antoinette, bindet, das mir, nur mir eine Prüfungszeit auferlegt, deren Dauer du zu bestimmen hast.

Antoinette. Aber wozu soll denn das sein, wohin soll denn das führen?