Edine. Ich sag': wenn ich Konversation mach', will ich doch woanders hingeführt werden. Ich will doch heraus aus der Banalität. Ich will doch wohintransportiert werden!

Hans Karl (zu Helene, in seiner Konversation fortfahrend). Sehen Sie, Helen, alle diese Sachen sind ja schwer: die Tricks von den Equilibristen und Jongleurs und alles — zu allem gehört ja ein fabelhaft angespannter Wille und direkt Geist. Ich glaub' mehr Geist, als zu den meisten Konversationen. —

Helene. Ah, das schon sicher.

Hans Karl. Absolut. Aber das, was der Furlani macht, ist noch um eine ganze Stufe höher, als was alle andern tun. Alle andern lassen sich von einer Absicht leiten und schauen nicht rechts und nicht links, ja, sie atmen kaum, bis sie ihre Absicht erreicht haben: darin besteht eben ihr Trick. Er aber tut scheinbar nichts mit Absicht — er geht immer nur auf die Absicht der andern ein. Er möchte alles mittun, was die andern tun, soviel guten Willen hat er, so fasziniert ist er von jedem einzelnen Stückl, was irgendeiner vormacht: wenn einer einen Blumentopf auf der Nase balanciert, so balanciert er ihn auch, sozusagen aus Höflichkeit.

Helene. Aber er wirft ihn hinunter?

Hans Karl. Aber wie er ihn hinunterwirft, darin liegt's! Er wirft ihn hinunter aus purer Begeisterung und Seligkeit darüber, daß er ihn so schön balancieren kann! Er glaubt, wenn man's ganz schön machen tät, müßt's von selber gehen.

Helene (vor sich). Und das hält der Blumentopf gewöhnlich nicht aus und fällt hinunter.

Altenwyl (zu Edine). Dieser Geschäftston heutzutage! Und ich bitte, auch zwischen Männern und Frauen: dieses gewisse Zielbewußte in der Unterhaltung!

Edine. Ja, das ist mir auch eine horreur! Man will doch ein bißl eine schöne Art, ein Versteckenspielen —

Altenwyl. Die jungen Leut' wissen ja gar nicht mehr, daß die Sauce mehr wert ist als der Braten — da herrscht ja eine Direktheit!