„Liebe, beste Frau Lorenz,“ sagte er, sie um die Taille fassend, „fragen Sie mich nicht, ich weiß ja, was Sie mir vorsetzen, ist gut und schmackhaft.“

Frau Lorenz schien überglücklich ob dieses Compliments und tänzelte wie ein Backfischchen hinaus, um für den gnädigen Herrn Alles herzurichten.

„Alte Närrin!“ sagte Buchler ihr nachsehend, „ich glaube gar, sie hat sich heute geschminkt!“

„Jean,“ rief er dem eintretenden Diener, „recherchire doch mal, ob die Lorenz nicht gar Schminktöpfchen und derlei Kleckserei gebraucht; es schien mir heut ganz“ —

„O, gnädiger Herr,“ unterbrach Jean lachend, „ich selbst habe sie ihr holen müssen und könnte Ihnen noch Manches erzählen, was sie anstellt, um Ihnen zu gefallen.“

„Nun was denn?“ fragte Buchler augenscheinlich belustigt.

„Früh vor dem Kaffee trinkt sie beispielsweise drei rohe Eier — das gibt klaren Teint, sagt sie, dann läßt sie sich kalt abreiben und frägt jedesmal hernach das Stubenmädchen: ‚Sehe ich jetzt frisch aus?‘ Dann geht es an’s Schnüren und Schminken, ich glaube sie braucht zwei Stunden, bis sie mit ihrer Toilette fertig wird.“

„Aber, mein Gott,“ unterbrach Buchler, „für wen putzt sie sich denn, die alte Schachtel?“

Jean lächelte verschmitzt. „Sie glaubt,“ entgegnete er, „der gnädige Herr würden sie“ —

Plötzlich schien ihm die Zunge wie gelähmt; das verhängnißvolle Wort wollte nicht über seine Lippen.