„Was würde ich?“
Jean blieb stumm.
„Aha,“ lachte Buchler hell auf; „ich bin ja für Euch — schon gut, schon gut,“ unterbrach er sich plötzlich und bedeutete Jean, das Zimmer zu verlassen. „Spaßhaft!“ sagte er dann; „hat mir der gute Detmold überall den Ruf eines reichen Witwers gemacht und noch heut habe ich nicht das Herz, ihm seinen guten Glauben zu nehmen!“ „Doch,“ fuhr er nach einigem Nachdenken fort, „weshalb auch? Die Sache ist amüsant! Meine liebenswürdige Wirthin glaubte, ich sei ein Prätendent auf Camilla’s Hand, die gute Lorenz hegt und pflegt mich wie ein neugebornes Kind, putzt sich für mich, schminkt sich, träumt wohl gar von mir — wahrlich, die alten Junggesellen sind gar nicht so bedauernswerth, wie ich stets geglaubt!“
Soeben öffnete die holde Hausfee die Thür und brachte auf einem silbernen Cabaret so viel herrlich duftende Speisen, daß man auch, ohne Appetit zu haben, sich zum Essen veranlaßt gefühlt hätte.
„Oho, meine gute Lorenz,“ sagte Buchler, „weshalb lassen Sie Jean nicht serviren?“
„Ich bringe es dem gnädigen Herrn lieber selbst!“ entgegnete die Angeredete, verschämt lächelnd.
„Sie denken, es schmeckt mir besser, wenn —“
„Wie gut der gnädige Herr meine Gedanken errathen können!“ unterbrach die Haushälterin.
Schon hatte sie Alles appetitlich aufgestellt und schickte sich eben an, einen Stuhl zu nehmen und sich dem Hausherrn gegenüber zu placiren.
„Warum, liebe Lorenz, halten Sie sich in so angemessener Entfernung?“ fragte Buchler gutmüthig lächelnd; „wollen Sie nicht bei mir auf dem Divan —“