„Very well! Da versprechen Sie mir, Ihr Geheimniß so lange zu wahren, bis —“

„Doch Camilla darf erfahren,“ unterbrach Dr. Richard, „daß ich —“

„Camilla, ja, wenn sie schweigen und sich beherrschen kann. Ich erwarte nämlich heute in vier Wochen lieben Besuch, dem zu Ehren ich ein hübsches Familienfest arrangiren möchte. Ich habe die Räthin und auch Frau Lorenz schon für das Arrangement desselben interessirt und durchblicken lassen, daß man ein Verlobungsfest feiern wird. Beide gehen mit riesigem Eifer in’s Zeug, denn sonderbarerweise glauben sich Beide bei der Verlobung interessirt.“

„Meine Schwiegermama in spe wird doch nicht gar auf ihre alten Tage —“

„Ihre Braut war zartfühlend genug, Sie nicht von den Plänen ihrer Mutter in Kenntniß zu setzen,“ unterbrach Buchler; „die vorsorgliche Frau glaubte nämlich eine Verbindung ihrer Tochter mit —“

„O, ich errathe!“ rief Dr. Richard, indem er sich entfärbte und fast ohnmächtig in den Stuhl sank; doch bald sich fassend, fuhr er fort: „Und wie soll ich Ihnen nun doppelt, nein zehnfach danken, verehrter Freund, daß Sie, der Sie ja, wie ich weiß, Camilla so überaus schätzen, mir zuliebe Verzicht leisteten!“

„Machen Sie mich nicht zum Helden!“ entgegnete Buchler still lächelnd; „wer weiß, wenn —“ er hielt inne.

„Wenn Camilla Ihnen nicht kluger Weise gebeichtet hätte, daß sie mich liebt?“ forschte Dr. Richard.

„Nein, mein Freund, es spielt da noch ein anderes ‚Wenn‘, das bis in vier Wochen mein Geheimniß bleibt; — doch vertrauen Sie mir, Ihre Camilla wird die Ihrige, so wenig auch heute unsere gute Räthin daran denkt! Hat sie erst einmal die Einladungen zur Verlobung ausgesendet, die Arrangements getroffen und sieht sie, daß der alte Buchler so ein unverbesserlicher Hausnarr ist, der stets seine Extra-Possen im Kopf hat, so wird sie schon hernach —“

„Aber sie wird all’ ihren Bekannten sagen, daß Camilla ihre Verlobung mit Ihnen feiern wird?“ unterbrach Dr. Richard, die Stirne finster runzelnd.