„Mein Schwiegersohn, der Herr Professor!“ war bei ihr stehende Redensart geworden; er war jetzt der vorzüglichste, tüchtigste, strebsamste Mensch, und so oft sie Camilla an seiner Seite sah, intonirte sie die schon ehedem angewandte Redensart: „Ist sie nicht ein rechtes Glückskind?“
Aus dem Leben eines Gründers.
Ich war im Theater. Eben war der Vorhang gefallen, das Publikum klatschte enthusiastisch Beifall. Frau von Straß hatte in Laube’s „Böse Zungen“ ihren zündenden Monolog gehalten und wurde durch mehrmaligen Hervorruf geehrt.
Noch ganz unter dem Einflusse des herrlich gemalten Zeitbildes, das da vor unsern Augen entrollt worden, bemerkte ich nicht, wie der Logendiener an mich herantrat; erst als er ein versiegeltes Briefchen mir dicht vor die Augen hielt, wandte ich mich um.
„Ein Kellner aus dem Hôtel de Russie wartet auf Bescheid!“ sagte er mir.
Ich erbrach das Schreiben. Es waren die Schriftzüge meines Jugendfreundes Berg, doch zitternd und flüchtig. Er schrieb:
„Eile zu mir; meine Stunden sind gezählt; ich habe Dir wichtige Mittheilungen zu machen!“
Ich griff nach Hut und Stock und folgte dem draußen harrenden Diener.