„Das muß ich gleich meiner Schwester Mila schreiben, daß ich die Gattin des Kapitäns von Falckenrott kennen gelernt habe! Wenn Sie wüßten, gnädige Frau, wie meine Schwester Mila mir von dem Kapitän Falckenrott vorschwärmt, würden Sie vielleicht eifersüchtig werden.“

„Eine Marinefrau darf keine Eifersucht kennen,“ sagte Jutta.

„Darf nicht — darf nicht — ach Gott, als ob sich Empfindungen an Verbote kehrten. Ich wäre gräßlich eifersüchtig. Ich bin aber auch rasend temperamentvoll.“

„Wie interessant!“ sagte Reiswitz etwas kühn dazwischen.

„Finge doch die Quadrille an,“ dachte Jutta.

„Und sagen Sie mal, gnädige Frau,“ fuhr die Frau Konsul eifrig fort, nachdem sie Reiswitz mit einem kecken Lächeln für seine Zwischenbemerkung mehr belohnt als bestraft hatte, „mir ist doch so ... meine Schwester Mila schrieb davon ... gerade als die Herren von S. M. S. ‚Luise‘ bei ihr zum Diner waren, kam die Depesche, daß dem Ersten Offizier ein Kind geboren sei ... Und meine Schwester Mila schrieb noch: wie schwer muß das für so ’ne junge Frau sein ... Das waren also Sie ...“

„Ja,“ sagte Jutta laut und hart, „das war ich.“

Unbeherrscht, für einige Sekunden ganz und gar unbeherrscht, schlug sie mit ihrem zusammengeklappten Fächer ein paarmal gegen ihre innere Handfläche.

Herrischer noch als sonst erhob sie ihren schönen Kopf und sah über die kleine zudringliche Schwätzerin hinweg.

Da traf ihr Blick zufällig den des Mannes gegenüber.