„Lebe wohl,“ sprach er ganz leise.
Sie sahen sich an. Mit ehernem Ernst. Zwei, die mehr die Drohungen als den Rausch der Liebe empfinden.
In diesem Augenblick erschien die alte Frau wieder in der Tür.
Sie sah die Blicke, die voll schweren Ausdrucks tief ineinander wurzelten zu letzter, stummer Aussprache ...
Ihr Gesicht wurde ganz grau. Sie wollte etwas sagen, bewegte nur die Lippen. —
Herbert Gamberg verneigte sich noch einmal tief vor Jutta.
Dann ging er, sehr ernst, auf die alte Frau zu, um in respektvollem Handkuß sich von ihr zu verabschieden.
Sie aber, linkisch halb, halb betäubt vor Zorn, verbarg vor ihm ihre Hand. Er verbeugte sich, in fremder Ehrfurcht, gemessen und doch ohne Befangenheit ... Und ging ...
„Was war ... was war das? ... Was will dieser Mann ... Und du? Du?“ stotterte sie und kam, fast besinnungslos, auf Jutta zu.
Sie wich ein wenig zurück, wie vor drohendem Angriff — das war unwillkürlich — dann faßte sie sich, sah der alten Frau gerade in das weiße Gesicht und sagte laut und stolz: „Du hättest ihm deine Hand geben dürfen.“