Nun war es keine Häuslichkeit mehr. Nun waren es nur noch Wände, vor denen die Stücke aus Holz und Polsterwerk standen, die vom Möbelhändler aus zu einer Einrichtung gehören.

Lauter klang der Schrei des Kindes in diesen kahlen Räumen. Und es war der jungen Mutter, als sei dringende Klage darin.

Härter hallte der Schritt vom teppichlosen Estrich wider. Ein Wanderschritt ...

Von den Wänden sahen merkwürdige helle Flächen. In den mildgetönten Tapeten gab es Quadrate, hoch und quer, klein und groß — da war das Papier noch stärker gefärbt — all diese Stellen halfen dem Gedächtnis, dort noch die Bilder zu sehen, die doch nicht mehr dahingen.

Alles, was auf Borden, in Schranknischen, auf Ziertischen gestanden an indischem Silber, chinesischem Porzellan, japanischem Cloisonné, war zwischen Heu in tiefen Kisten verschwunden.

Nur auf dem sonst schon kahlen Schreibtisch stand einsam das Bild des Mannes, der einmal hier der Hausherr gewesen war.

Es sah in all die Unwirtlichkeiten hinein.

Und Jutta wagte nicht, es anzutasten.

Vor diesem Bild hatte sie einst gesessen und sehnsuchtsvoll Lebendigkeit hineingesehen — bis ihr war, als leuchte aus diesen Augen Liebe, als kämen, vernehmbar, herzliche Trostesworte aus diesem Mund.

Dann waren Zeiten gekommen, in denen sie scheu an dem Bild vorbeisah.