Aber wenn die kauflustige Renate dann in den Laden selbst kam, erwies es sich, daß man gar nichts fand. Das Schöne war phantastisch teuer, das Wohlfeile von plattem Geschmack, spielerisch, von übler Unechtheit des Materials. Auch zeigte es sich, daß sich in den Magazinen keine Vorräte häuften, daß eigentlich, außer den im Fenster ausgestellten, nichts da war. Renate zeigte Enttäuschung und Ungeduld, die ihre Mutter und Jutta zu teilen begannen. Man mußte doch irgend etwas finden ...

Und in dem Shoppingeifer vergaßen die Frauen Zeit und Hunger.

Bis es plötzlich der Geheimrätin zum Bewußtsein kam, daß es gewiß lange zwölf Uhr sei. Natürlich! Nun hieß es rennen.

„Papa darf nicht den Triumph unserer Unpünktlichkeit haben.“

„Ach, Mama, es ist gleich halb eins,“ sagte Renate.

Nun, wenn die Sache also doch verloren war, konnte man sich die Eile bergan sparen.

In schicklichem Tempo wanderten sie die Wege zur Terrasse des Hotels hinan.

Da oben, unter der weit vorspringenden, orange und weiß gestreiften Markise, an deren Fransenbehang ein Lüftchen entlang spielte und leise Bewegung unterhielt und die vielen gedeckten Tischchen in den Schutz ihres Schattens nahm, da oben saß der Geheimrat barhäuptig. Sein Panamahut hing an einem Pfeiler der Glaswand, die hinten in seinem Rücken war.

Er war aber nicht allein.

„Papa ißt richtig schon,“ schrie Renate beinahe.