Endlich ging der Tanz zu Ende.

„Führen Sie mich hinunter,“ sagte Jutta hastig.

Sie war fast seit Beginn des Balles in den oberen Räumen gewesen. Und immer suchten ihre Augen vergebens nach dem einen ... Vielleicht war er in den Sälen unten ... War es Vorsatz, daß er sie nicht seinerseits gesucht hatte ...? Fand er sie nicht?

Nun zog sie an Reiswitz’ Arm in einem dichten Schwarm lebhafter Menschen die große Treppe hinab. Es war wie ein Festzug der Freude, der stufenabwärts wallte.

Unten im Vorsaal bemerkte sie irgendwo das lachende, heiße Gesicht und die rötlichen Haare der Frau von Rosenfeld. Und auch Frau von Rosenfeld sah gerade empor, und sie nickten einander schon von weitem fröhlich zu: die eine von der Treppe her hinab, die andere aus dem Gedränge herauf.

„Da ist Lisbeth Rosenfeld,“ sagte sie, „sehen Sie? Dort an der dritten Säule links.“ So wichtig sagte sie es, als habe sie endlich einen lange und dringlich gesuchten Menschen gefunden.

Und schon ließ sie auch Reiswitz’ Arm los.

Unten, am Fuß der Treppe, sprach sie noch hastig: „Also ... ich spreche mit Gamberg — rede ihm aus, daß er die Fahrt nach Travemünde mitmacht ... dann haben Sie Platz für Lebus ... Ist dies nun kameradschaftlich von mir oder nicht?“

„Gnädige Frau sind ein Engel ...“

Aber dieses dankbare Zeugnis hörte Jutta wohl nicht mehr. Sie wand sich durch die Menge, und wenn Bekannte sie anredeten und aufhalten wollten, sprach sie munter: „Bitte — mich passieren lassen — muß mich mal bei meiner Ballmutter melden ...“