Im Wandern war das Schweigen so natürlich gewesen. Der gleichgestimmte Schritt, die frohgemute Gesundheit der gemeinsamen Bewegung hatten kraftvoll wie Gespräch und unbedrängte Mitteilsamkeit von einem zum anderen hinübergewirkt.
Und jetzt, in der gleichen Sekunde, als sie nach einigen scherzenden Reden über den pastoralen Reiz dieses Platzes sich niedergelassen hatten — jetzt züngelte das Schweigen zwischen ihnen empor wie eine Flamme.
Jutta legte ihren Hinterkopf gegen die Tür. Mit nervösen Fingern spielte sie an dem Hut in ihrem Schoß. Sie hörte zu, wie ihr Herz klopfte. Und bei diesem Horchen wurden auch die Finger still.
Schwer schlug es und rasch zugleich ...
Wie eins, das nicht mehr warten kann ...
Die Kühnheit ihres Temperaments loderte in ihr und verzehrte ihre Besinnung.
Jene Verderberwut war in ihr, die eine leidenschaftliche Frau vorwärts treiben kann, zur Sünde und Verdammnis.
Der Trotz, dem es ein lachendes Spiel scheint, Vergangenheit zu verleugnen, Zukunft zu zerschlagen, um des einen süßen, trunkenen Augenblicks willen.
Jutta von Falckenrott war mit Gamberg allein in der weiten schweigenden Einsamkeit.
Und der Mann, der dieses Weib liebte, spürte ihr begehrliches Warten. Von diesem Warten ging eine Versuchung aus, die ihn betäubte ...