In der Erleichterung, daß es überhaupt nur endlich zum Abschied kam, lächelte er hell. Und hiervon war nun Wilmers völlig bezaubert und erklärte seinem schicken Kreis, daß die hochmütige Außenseite nur für die Welt sei, daß in der Intimität eine hinreißende Liebenswürdigkeit zutage trete.
Wenige Minuten nachher ging Herbert auf den Waldwegen dahin. Kühl und feucht war die Luft unter den Tannen, von kräuterigen und moosigen Gerüchen schwer. Zuweilen schimmerte durch die breithängenden Nadelzweige das Geblitze des Sees auf.
Er ging, um Abschied zu nehmen.
In dieser letzten Nacht war es ihm klar geworden: er hätte sich nicht verführen lassen dürfen, hierherzukommen.
Was hatte ihn verführt: Blick und Wunsch der geliebten Frau?
Die eigene Sehnsucht nach ihrer Nähe? Vielleicht diese üppige Schönheit der Natur — die so stark in all den vollen Tönen ihrer Lebensfülle auf die Nerven wirkte, daß man ein aufpochendes Anrecht in sich fühlte, auch zu jauchzen, in ihr mit erhöhten Daseinswonnen aufzugehen —
Vielleicht dies alles ...
Er dachte daran, wie sehr er sich in der Hand gehabt hatte, noch damals beim Abschied in Kiel — als er ihr und sich die Haltung vorzeichnete ...
Und nun hatte die Leidenschaft sie doch fast überwältigt. — Wie kam das?
Vielleicht so: Wenn das Schicksal mit dem gleichen Erlebnis zu uns zurückkehrt, hat es verdoppelte Kraft: zur Macht der Gegenwart gesellt sich die Macht der Erinnerung —