Und das ist: Feuer im Rücken, Feuer von vorn ... Wer kann sich gegen solchen Ansturm behaupten! ...

„Es ist würdiger,“ dachte er, „wir gehen jetzt auseinander — um uns später mit freiem Bewußtsein gehören zu können ...“

Er fühlte: dies war seiner Art notwendig!

Nicht nur aus Achtung vor der Geliebten, vor dem Gefühl, das sie zueinander zwang — auch um seines eigenen, zukünftigen Stolzes und Gleichmaßes willen. Wenn die schwülen Augenblicke gestern sie zusammen fortgerissen hätten? ... Er wußte heute: es würde ihm furchtbar, unvergeßlich würde es ihm gewesen sein ...

Die Scham vor dem fernen Mann hätte ihm das Gemüt vergiftet ...

„Wär’ er hier!“ dachte Herbert inbrünstig. „Seine Abwesenheit macht mich von ihm abhängig ...“

Ja, solange er nicht weiß, daß seine Frau ihn nicht mehr liebt, so lange sind wir wie in Ketten ...

Allerlei Stimmen hatten in der Nacht auf ihn eingesprochen: daß es auf die geliebte Frau wie Feigheit wirken könne, wenn er fliehe; daß er sich gerade als Mann beweisen müsse, indem er bleibe.

Er erkannte: dieser ganze Liebesroman war nicht seinem eigentlichsten Wesen gemäß, das der ruhigen Entwicklung aller Lebensfragen zuneigte.

So wollte er doch trachten, das Unerwartete und Leidenschaftsvolle dahin zu meistern, daß es ihm und der geliebten Frau und vor allem jenem fernen Mann das bürgerliche Ansehen nicht zerbräche!