Sein noch in allerlei Widerspenstigkeiten verstrickter Vorsatz, abzureisen, hatte durch die Begegnung mit diesem lauten und andrängerischen Mann nun ganz sichere Gestalt bekommen.
Die ernste Lage, die nur durch die Größe ihres Gefühls und durch heiligste Schonung aller Empfindlichkeiten ertragbar war, mußte unertragbar werden, wenn nun ein plumper und nicht in sie hineingehörender Mensch ihnen seine Gesellschaft antrug.
Am Gitter der Pension zögerte er kurze Augenblicke.
Er fühlte sich von einer Befangenheit benommen, die ihm unfaßlich war — so, als sei es eine Verlegenheit, vor die Geliebte hinzutreten.
Zusammen schuldig Gewordene erröten voreinander — kann das Unfaßliche, Unlogische sich begeben, daß man errötet, weil man nicht schuldig war?
Ist für eine Frau eine Leidenschaft nur groß und echt, wenn sie keine Grenzen achtet?
Was mochte alles in der Geliebten vorgegangen sein seit gestern abend?
Eine sinnlose Furcht, gegen die er sich nicht wehren konnte, kam plötzlich über ihn, daß nun sie, unschlüssig und von ihrer Sehnsucht zu ermüdet, sich von seiner Liebe doch noch abwenden könne.
Wie er einst, unschlüssig und mit klugbedachten Lebensplänen beschäftigt, an der ihrigen vorbeigegangen war.
Und in dieser jäh in ihm aufwallenden Angst fühlte er schmerzhaft: ich kann sie nicht wieder verlieren ...