Das gäbe einen Riß, den nichts mehr verheilen könnte ...
Rasch trat er ein.
Leer waren Korridor und Treppe. Die kleine Familienpension ließ ihren Eingang nicht von einem Portier bewachen. Im Bureau war Madame, die dort sonst schrieb und huldvoll die Anliegen ihrer Pensionäre entgegennahm, nicht anwesend. Durch offene Türen und Fenster kam die Waldluft herein und durchwürzte das Haus.
Er stieg treppan.
Da, am Kopf der Treppe, aus dem rechten Arm des Korridors kommend, rannte Martha fast gegen ihn an. Sie sagte: „Ach Gott ...“
Vielleicht zur Entschuldigung. Atemlos und kläglich sagte sie es.
„Melden Sie der gnädigen Frau, daß ich hier sei.“
Martha, deren sommersprossiges Gesicht ganz schlechtfarbig aussah, und die überhaupt einen fast zerzausten Eindruck machte, sah ihn betrübt an.
„Ach, Herr Legationsrat — das Kind ist uns krank geworden — sehr krank — wenn es man nich stirbt!“
„Diese Nacht?“ fragte er betroffen und sich verfärbend.