„Nein, schon gestern. Wo ich allein mit der Kleinen war. Aber ’n Versehen hab’ ich nicht gemacht, ganz und ganz gewiß nicht,“ beschwor Martha und begann zu weinen.

„Das wird Frau von Falckenrott Ihnen auch nicht zutrauen,“ sagte er tröstend.

Er dachte: „Kleine Kinder sind ja manchmal krank — erholen sich rasch.“ — Er erinnerte sich: da und dort in den Kinderstuben seiner verheirateten Freunde gab es zuweilen schreckhafte Erregungen. Und nach ein paar Tagen sah man die jungen Mütter wieder strahlend auf Bällen ...

„Kann ich die gnädige Frau wohl einen Augenblick sprechen?“ fragte er.

„Ach — ich glaub’ nicht — nein — es ist wohl nicht möglich ...“

Aber sie lief doch zurück, um zu fragen.

Er stand am Treppenkopf. Als würde es schon zudringlich und voreilig sein, wenn er sich der Tür mehr näherte.

Er dachte immerfort: „Nun muß ich hierbleiben — in ihrer Nähe — bis ihr Kind genesen ist ...“

Martha kam wieder, machte schon, kaum daß sie die Tür hinter sich schloß, abwinkende und zur Stille ermahnende Handbewegungen und schlich heran.

„Ach nein. Sie schüttelte nur den Kopf — ach, sie sieht beinahe ebenso aus wie das Kind — rein um bange zu werden.“