Plötzlich war meine riesengroße Enttäuschung wie fortgeblasen. Ganz stolz war ich, ganz glückselig.

Nun war es für mich Wirklichkeit geworden: ich hab’ ein Kind. Es steht auf einmal deutlich da in meinem Leben — denn es hat die Macht, mir mein süßes Weib fernzuhalten — also, es muß eine große Sache sein um so ein kleines Kind — nicht einmal meiner guten alten Mutter, die Du so liebst, willst Du es anvertrauen — auf die Reise zu mir willst Du verzichten — —

Wir sind nicht mehr: Du und ich; wir sind unserer drei! Und dieses dritte, kleine Lebewesen ist offenbar die Hauptperson geworden.

Ich muß immerfort in mich hineinlächeln. Es hat so etwas Komisches: ich, der Kapitän von Falckenrott, ich, Dein Malte, ich hab’ einfach nichts zu sagen. Ich rufe: komm! Und denke nicht daran, daß da ein Kind ist, das viel mehr zu sagen hat, das sein Mütterchen nicht fort läßt! Von dem das Mütterchen nicht fort kann!

Laß mir doch die süße, kleine Hauptperson photographieren? Oder geht das noch nicht?

Und sobald sie ein bißchen Verstand hat, erzähl’ ihr was vom fernen Papa. Ich sei ein sehr netter Papa, sag’ ihr, der sich mit Emsigkeit um das Wohlwollen seiner Tochter bewerben werde.

Ja, Du kannst Dein kleines Kind nicht verlassen! Das versteht sich. Verzeih’ mir nur, daß ich in meinem Unverstand anders dachte. Nein, Du mußt es pflegen und hegen und bewachen. Damit es dem Papa als dickes, rosiges kleines Ding entgegentrippeln kann — Dein Geschenk, teures Weib, Deines für mich — hüte es mir wohl!

Bei meiner Heimkehr werde ich es in Deinen Armen finden!

Fest muß ich mich zusammennehmen, wenn ich an diese Heimkehr denke. Das wird ein Glück werden. Du und ich und mein Kind. Mein Kind! Von Dir so für mich behütet, daß Du seinetwegen nicht einmal zu mir kommen kannst.

Mit nächster Post schreibe ich einen vernünftigen Brief. — Leb’ wohl. Küß mein Kind. Ich hoffe, es gleicht Dir.