Und in diesem unbestimmten Gefühl einer unerhörten, einer unerträglichen Müdigkeit kam ihr ein ganz einfacher, ein fast kindlicher Gedanke.

Läge ich doch in meinem Bett!

„Da ist Ruhe, da ist Verborgenheit. Ich will nach Hause,“ dachte sie entschlossen.

In der Düsternbrooker Allee, vorn vor dem Gitter der Marineakademie, standen gewiß Wagen, die auf Zufallsfahrgäste warteten.

Sie konnte morgen früh an Lisbeth Rosenfeld telephonieren: „Du, sei nicht böse — aber ich sah, du schwammst in Pläsier, und ich hatte es so satt, da ging ich heimlich. Ich bin ganz gut nach Hause gekommen.“

Plötzlich fühlte sie auch, daß es sehr frisch sei. Und Tritte klangen — ganz nah. Dumpf kamen sie auf dem Boden des Weges näher — und nun klappten sie hohl auf den Bohlen der Brücke.

Jutta, in einem Abwehrgefühl gegen Menschen, stand unbeweglich, als sei sie noch in den Anblick der von träumerischen Lichtflecken gesternten Förde versunken.

Sie bildete sich ein: Der, der da eben die Brücke betreten hat, wird den Takt haben, sich sofort zurückzuziehen, wenn ich mich nicht nach ihm umwende.

Und da hörte sie ihren Namen ...

„Jutta,“ sagte er.