Der Freund, als er schied, hatte ihm gesagt: sei meiner Frau ein treuer Bruder! Er war es gewesen, hatte versucht, es zu sein, so sehr, daß sie seine fürsorgliche Ergebenheit sogar als bevormundende Wachsamkeit empfand.
Aber mit aller treuen Brüderlichkeit hatte er doch nicht verhüten können, daß die Frau in schwere Kämpfe geriet ...
Und nun war das Kind des Freundes in Gefahr?
Und an der Seite der Frau befand sich jener Mann ... der in all seiner höflichen Ruhe und formvollen Undurchdringlichkeit für Emmich unheimlich war — in dem er den Zerstörer ahnte ...
Dieser, gerade dieser war neben Jutta am Bett des Kindes?
Wenn es nun stürbe? Würde das nicht auf das Gemüt der Frau so wirken, daß sie sich sagte: nun ist jedes Band zwischen Malte und mir zerrissen?
Ganz gewiß!
Mußte nicht ihr leidenschaftlicher Gram sie dem Mann in die Arme treiben, der wartend bereitstand?
Ganz gewiß!
Ihr Herz hatte die Einsamkeit nicht ertragen. Mit förmlich fanatischer Liebe hing sie an dem Kind als an ihrem einzigen Trost — vielleicht war das Kind auch ihr Halt gewesen. — Wenn es ihr geraubt würde, bewies sie sich vielleicht: auf meiner Ehe ruht kein Segen. Ja, sie würde von Malte fortgehen, hin zu dem anderen, wenn das Kind stürbe.