Plötzlich waren sie ganz verlegen voreinander.

Sie fühlten: nun mußte doch irgend etwas gesagt werden ...

Wie um das gerade zu verhüten, fragte Emmich hastig: „Diese Sache stört euch doch wohl die Ferien? Der Verkehr zwischen dem Hotel da oben und der Pension kann ja nicht kurzerhand abgemacht werden?“

„Das anlangend: wir haben ja Zeit. Und irgendeine Partie machen wir doch alle Tage — nun steigen wir zu Fuß eben täglich herab und fahren zum Diner wieder hinauf. Das ergab sich höchst einfach.“

„Es tut mir aber doch sehr leid — eigentlich kam es ja durch mich ...“

„Nun irgendwie müssen Menschen zueinander kommen — der Mittelsmann braucht nicht betroffen zu sein, wenn was nicht glatt geht ...“

„Ich bin begierig ...“ dachte der Geheimrat; „endlich muß er doch mal nach ihr fragen ...“

Aber Emmich fragte nicht. Eine unbegreifliche und unerträgliche Befangenheit machte ihn unfrei. Nicht um die Welt hätte er Renatens Namen aussprechen können.

Er fühlte deutlich, daß ihr Vater voll Spannung darauf wartete. Wie erstaunlich mußte ihm dies Schweigen sein. Der Wagen fuhr langsam, kopfnickend zogen ihn die Pferde bergan. Zwischen den Tannen war ein grünes, kühles Licht, aber nicht die Abgeschlossenheit der Waldeseinsamkeit. Denn durch jede Lücke sah man das blasse Blau der Fernsicht.

Eine unnatürliche Situation lange zu ertragen, ging wider den Verstand des Geheimrats.