Dieses aber, dies lebendige, kluge, entschlossene Gesicht, aus dessen hellen Augen ein bezwingender Wille sprühte — dieser ganze Mann, schlank und groß, dessen Wesen zähe Energie schien ... der bedeutete Wirklichkeit ... schwüle, drohende, inhaltreiche Wirklichkeit ...
Und mit der Wirklichkeit setzt man sich auseinander — man kämpft mit ihr — sie allein ist Leben ...
Und all ihre tausend Gefahren sind immer noch mehr Gesundheit als diese traumhafte Zusammengehörigkeit mit einem Fernen ...
Sie gibt Mut. Sehnsucht aber, schweigende, duldende Sehnsucht ist wie schleichende Krankheit ...
Das alles dachte Jutta nicht in deutlichen Worten ... Schwer und unklar gärte es in ihrem Gemüt ... Unbewußter Trotz war darin und die Begierde, sich ein Recht zu beweisen — das Recht auf Kampf gegen die Versuchung vielleicht.
Sie wußte nichts Gewisses über sich. Sie fühlte nur, ihr Leben war unerträglich. Und vor allem: diese Augenblicke waren es.
„Ich möchte nach Hause,“ sprach sie.
„Ist das die Antwort auf meine Freude, daß ich Sie endlich gefunden habe?“ fragte er — in erzwungen scherzhaftem Ton ...
„O nein ... die vielen Menschen ... das Fest ... es ist genug.“
„So werde ich Sie an den Wagen bringen.“