Er setzte sich schwerfällig an den Tisch und stemmte die Ellbogen darauf. Die gefalteten Hände gegen die Stirn drückend, schwieg er finster.
Nach einer ganzen Weile erst fragte der Geheimrat sanft: „Sie war wohl sehr erschüttert?“
Da ließ Emmich die Hände sinken und sprach: „Nun versteh’ ich alles, was du im Wagen sagtest. Nein, da ist wohl keine Hoffnung mehr, das ist das Ende.“
„Ich wundere mich, daß es noch lebt. Ich dachte diese Nacht ...“
Er erhob sich.
„Ich will zu ihr gehen.“
Aber er ging doch nicht.
„Verzeih’ mir, Emmich — aber dein Ton Gamberg gegenüber war fast gefährlich — an der Grenze dessen, was ein Mann sich bieten lassen darf. Eine Nuance Kälte mehr, nur eine Kleinigkeit, und ein Konflikt zwischen ihm und dir mußte unvermeidlich werden, mußte kommen.“
„Du hast recht — ja — sehr recht,“ gab er nervös und hastig zu, „alles ist ja nur Vermutung — ich muß vermeiden, ihn zu reizen — das hieße Malte schlecht dienen — ob sie seine Frau bleibt, ob nicht — nur keine Zwischenfälle, die zu Nachfragen und Ausdeutungen Anlaß geben ...“
„Und dann — wie hast du dir den Tag gedacht?“ Der Geheimrat legte ganz sacht seine Hand auf Emmichs Schulter. Es waren allerlei versteckte Bitten in dieser Bewegung. Das fühlte er wohl.